
"Waffeninspektoren nehmen Arbeit zur Untersuchung amerikanischer Militärgelände auf."
Roland Blach, GAAA
So oder ähnlich könnte eine Kampagne zur Abrüstung aller in Deutschland gelagerten
Atomwaffen (Büchel, Ramstein), Waffen mit abgereichertem Uran (Spangdahlem) und deren
zugehöriger Infrastruktur (EUCOM in Stuttgart) lauten, zu der die GAAA gemeinsam mit der
Pressehütte Mutlangen, der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und möglichst vielen weiteren Organisationen im Jahr 2003
aufrufen.
Ausgehend von Ideen aus der kanadischen Friedensbewegung, würden wir einfach den Vorwurf
umdrehen, den die USA gegenüber potentiellen Staaten mit Massenvernichtungswaffen hegt und
die wie jetzt im Irak zur Arbeit der Inspektoren führt, gleichsam aber als Vorwand benutzt wird,
den Irak anzugreifen.
Doch der Reihe nach. Über 15 Personen haben sich auf der GAAA-Jahrestagung Anfang
November in Wiesbaden getroffen, darunter auch Vertreter von Pax Christi, dem Internationalen
Versöhnungsbund und der Pressehütte Mutlangen. Ein Rückblick auf die GAAA-Aktivitäten im
vergangenen Jahr zeigte, wie vielfältig und auch erfolgreich wir agierten, und das obwohl der
bisherige hauptamtliche Koordinator Roland Blach, seine Arbeit auf maximal 10 Stunden
verkürzte. Dafür nahm Marion Küpker im April die Koordination der internationalen Arbeit auf.
Am meisten durch die Öffentlichkeit wahrgenommen wurden die Prozesse gegen Roland Blach
wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten (Zivile Inspektion am 30. September 2001) sowie
gegen Wolfgang Sternstein, Hanna Jaskolski und Erika Drees angesichts ihrer Begehung des
Atomwaffenlagers Büchel im April vergangenen Jahres, die zudem zu kontroversen Diskussionen
beigetragen hatte.
Mit der symbolhaften Umrundung am 1. September in Büchel und der guten Vor- und
Nachbereitung wurden neue Kontakte in der Region ermöglicht, auch zu Entscheidungsträgern
sowohl im Kreis Cochem-Zell als auch im übrigen Rheinland-Pfalz.
Damit zahlt sich die jahrelange Arbeit (seit 1996) um den Atomwaffenstandort allmählich aus.
Marion Küpker hat mit ihrer Teilnahme an unterschiedlichen Aktivitäten (Delegationsreise in den
Irak, gewaltfreie Aktionen in England und Belgien) sowie der Nutzung ihrer vielfältigen Kontakte
die GAAA-Arbeit sehr bereichert.
Zuguterletzt hat das gemeinsam von der GAAA und der Pressehütte Mutlangen herausgegebene
FreiRaum nach Startschwierigkeiten die Erwartungen übertroffen und ist zu einem gern gelesenen
Heft geworden, für das sehr viel gespendet wurde.
Ausblick
Angesichts der wieder zunehmenden Gefahr, dass Atomwaffen tatsächlich eingesetzt werden -
ich erinnere nur an die neue US-Nuklearpolitik und die dauerhafte Kashmir-Krise zwischen Indien
und Pakistan - beschlossen die TeilnehmerInnen, die Aktivitäten sowohl in Deutschland als auch
international in diesem Jahr weiter zu verstärken.
Lokale Friedensgruppen und Einzelpersonen sollen in einer Kampagne im April gezielt an ihre
Abgeordneten herantreten und sie über Fragen zu Atomwaffen und der nuklearen Teilhabe der
Bundesrepublik Deutschland aufklären und ihre aktive Positionierung einfordern. Dazu werden
Musterbriefe und eine e-mail-Aktion vorbereitet. Diese Kampagne ist durch den aktuellen Rückzug
Nordkoreas aus dem Nichtverbreitungsvertrag (NPT) umso wichtiger und sollte bereits jetzt von
uns mit Leserbriefen und Angeordnetenkontakten genutzt werden. Xanthe Hall (IPPNW) sieht
darin, schlimme Folgen für den NPT wie ein weiterer Verlust des Vertrauens und mögliche
weitere Kündigungen, z.B. durch Südkorea oder Japan." Für sie wäre "das allerschlimmste
Szenario, dass die USA Nordkorea angreifen, was nicht ganz auszuschließen ist, wenn ihre
Bündnispartner in der Region einverstanden sind."
Im August 2003 werden unterschiedliche Aktionen in Zusammenarbeit mit der Pressehütte
Mutlangen und der DFG-VK stattfinden: Vom 6.-9. August ist ein Friedensmarsch von Mutlangen
zum EUCOM geplant, ferner vom 23.-29. August eine Fahrradtour von Kaiserslautern über
Ramstein, Trier, Spangdahlem nach Büchel. Der Abschluss wird ein Aktionscamp anlässlich des
20. Jahrestages der Prominentenblockade in Mutlangen bilden. Wir wollen hier
RepräsentantInnen aus Partnernerorganisationen wie z.B. Nukewatch, USA, sowie Prominente
einladen. Dazu haben wir Kontakt zu Konstantin Wecker für ein Konzert sowie General Lee Butler
hergestellt, Gudrun Pausewang hat bereits für eine Lesung zugesagt.
Ein erstes Vorbereitungstreffen, zu dem Einzelpersonen und Vertreter lokaler, regionaler und
bundesweiter Friedens- und Umweltgruppen eingeladen sind, findet am 22. Februar (10 - 18 Uhr)
im Raum Cochem statt. Mehr dazu unter 07154-22026 oder roblach@s.netic.de