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Arbeitsform August-Camps

Fortsetzung von der vorigen SeiteAm Freitag, dem Nagasaki-Tag, wurde wieder das Pershing II-Lager gewaltfrei blockiert. Während die erste Schicht um 9 Uhr geräumt wurde, stellten sich 9 Polizisten mit Schlagstöcken in den Händen auf der Straße auf. Als gegen 10 Uhr ein Konvoi der Amerikaner blockiert wurde, der die Blockade umfahren wollte und trotzdem gestoppt wurde, kam es zu Brutalitäten, die später sogar in der Tagesschau erwähnt wurden.
Um 11.03 Uhr war dann wieder ein Schweigekreis auf der Hornbergstraße und ab 12 Uhr weitere Blockaden. Da inzwischen 2 Filmkameras dabei waren, erlebten wir natürlich eine vorbildliche Musterräumung.

Am Samstagmorgen bei strömendem Regen eine weitere Blockade. Am Nachmittag sprachen wir über die Möglichkeiten der weiteren Ausbreitung und Regionalisierung unserer Kampagne und später über das Thema 'Ziviler Ungehorsam und Gefängnis'. Die persönlichen Erzählungen einzelner 'Friedensknackis' erzeugten eine große Betroffenheit bei allen TeilnehmerInnen. Die konkreten Schilderungen der Gefängnisaufenthalte und die Gedanken zur Rolle des Gefängnis' im Zivilen Ungehorsam schienen richtig ein Gedanken-Tabu zu durchbrechen.

Den Abschluß bildete ein FEST mit Volkstänzen und vor allem mit Peter Schönleben, der gerade seine erste Musik-Kassette aufgenommen hat, die er unserer Kampagne widmet und auf der er u.a. seine Erfahrungen in Mutlangen und im Gefängnis verarbeitet hat (siehe rechts).

hiroshima ist niemals vergessen
nagasaki hat uns alle geprägt
täglich läßt rüstung tausendfach sterben
haltet ein, sonst ist es zu spät

wer das leben liebt, muß sich wehren
wer noch hoffnung hat, soll schrein
wer den wahnsinn sieht, wird ihn blockieren
und sperrn sie uns auch alle dafür ein

in mutlangen sitzen schon lange
menschen vor der hölle tor
und warten, daß tausende kämen
man kommt sich oft einsam dort vor

wer das leben liebt...

in heilbronn da mußten schon sterben
drei menschen durch die pershing zwei
morgen da sterben wir alle
dann bist auch du (bruder bulle) mit dabei

wer das leben liebt...

sie schießen das geld gegen hunger
bald in den weltraum hinauf
da kannst du dich nicht mehr wehren
da hält sie keiner mehr auf

wer das leben liebt...

und setzt du dich ein für das leben
und stellst du dich gegen den tod
so sperren sie dich ins gefängnis
die richter, ob schwarz oder rot

wer das leben liebt...

dies lied hab im knast ich geschrieben
damit es zur warnung uns sei
ihre gitter halten unsere körper
doch unsre gedanken sind frei

wer das leben liebt...
Lied von Peter Schönleben
Bericht im 3. Rundbrief November 1985