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Aufbruch
Menschenkette 22.10.1983 · Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Menschenkette 22.10.1983
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
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Nichts ist falscher als die beliebte Redensart der Halbgebildeten, wir lebten ohnehin schon im Zeitalter der Angst. Das wird uns nur von den publizistischen fellow-travellers derer eingeredet, die Angst davor haben, daß wir wirklich die wahre, d.h. die der Gefahr angemessene Angst aufbringen könnten.
Vielmehr leben wir im Zeitalter der Verharmlosung und der Unfähigkeit zur Angst.
Das Gebot, unsere Vorstellung zu erweitern, bedeutet also in concreto: Wir haben unsere Angst zu erweitern. Postulat: Habe keine Angst vor der Angst, habe Mut zur Angst. Auch den Mut, Angst zu machen. Ängstige Deinen Nachbarn wie Dich selbst. – Freilich muß diese unsere Angst eine von ganz besonderer Art sein:
1. Eine furchtlose Angst, da sie jede Angst vor denen, die uns als Angsthasen verhöhnen könnten, ausschließt.
2. Eine belebende Angst, da sie uns statt in die Stubenecken hinein in die Straßen hinaus treiben soll.
3. Eine liebende Angst, die sich um die Welt ängstigen soll, nicht nur vor dem, was uns zustoßen könnte.
Günther Anders, „Thesen zum Atomzeitalter”