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Richter blockieren
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Sie verstt gegen unsere Verfassung und zwar gegen das Grundrecht auf Leben und krperliche Unversehrtheit (Art. 2 11 GG), gegen das Grundrecht auf Menschenwrde (Art. l GG) und gegen das Gebot der Friedensstaatlichkeit (Art. l II, 9 II und 26 GG).
Sie bedeutet eine durch Art. 24 GG nicht gedeckte Preisgabe der Souvernitt unseres Staates, weil die Entscheidung ber den Einsatz der auf unserem Boden stationierten Massenvernichtungswaffen allein dem Prsidenten der USA anvertraut wird.
Sie ist vlkerrechtswidrig, weil die Rstung mit Massenvernichtungswaffen ein Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit gem Art. 6 des Statuts des Internationalen Militrgerichtshofes vom 8.8.1945 (Nrnberger Prinzipien) darstellt und gegen die Vlkermordkonvention verstt (Art. 2 Ziff. 4 der Charta der Vereinten Nationen vom 9.12.1948).

Wenn das friedliche Sitzen vor dem Militrsttzpunkt in Mutlangen Gewalt sein soll, weil z.B. ein amerikanischer Soldat einige Minuten mit seinem Lkw warten mu, was ist dann die Aufstellung einer Pershing II-Rakete mit der mehrfachen Vernichtungskraft der Bombe von Hiroshima?
Frankfurter Rundschau, 15.1.1987

Wir nehmen das Risiko in Kauf, da diese Aktion zu Unrecht als Straftat gewertet wird. Wir sind betroffen als Mtter und Vter, die sich um die Zukunft ihrer Kinder, fr die wir verantwortlich sind, sorgen. In dieser existenzbedrohenden Situation knnen wir uns von unserem Handeln auch nicht dadurch abhalten lassen, da die Stationierung der Atomwaffen durch eine demokratisch gewhlte Regierung gebilligt worden ist.

Durch die heutige Sitzblockade - unseren zivilen Ungehorsam - wollen wir deutlich machen, da wir als Richter, denen vom Grundgesetz besondere Verantwortung fr den Schutz von Verfassung und Vlkerrecht bertragen worden ist, uns dem menschenverachtenden Wahnsinn der Atomrstung widersetzen mssen. Darber hinaus ist unsere Blockade auch ein Akt der Solidaritt mit Hunderten von Mitbrgern, die eben wegen einer solchen Blockade von Staatsanwlten angeklagt und von Richtern verurteilt worden sind. Solidaritt auch mit den Menschen in Ost und West, die wegen ihres Eintretens fr Frieden und Abrstung mit hrtesten Strafen belegt wurden.

Ihnen allen gilt unsere Verbundenheit. Und mit ihnen sagen wir so laut, wie wir es knnen: NEIN!