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Manöver-Blockaden im Herbst 1987
Fr uns war wesentlich, da die Kampagne unabhngig vom Ablauf des militrischen Geschehens funktionierte: Uns schien es zukunftstrchtiger, eine Gruppe von 'normalen' Brgerinnen grndlich auf die Blockade des Militrpostautos vorzubereiten, als einsam hunderte von Kilometern hinter irgendwelchen Militrkonvois herzufahren.

Als der gewaltfreie Widerstand vor den – manchmal auch leeren – Toren des Mutlanger Lagers zumindest ansatzweise zum Selbstlufer wurde, waren wir Kampagne-Initiatoren bereit, unsere Aktionen auf die Manverbehinderung auszudehnen.

Beim Herbst-Manver 1987 nahmen wir dann trotzdem selber nicht mehr teil – der INF-Abrstungsvertrag (vgl. S. 48) war schon absehbar, und wir fhlten uns gem unserer Graswurzel-Prinzipien (vgl. S. 64) gebunden, keinen Zivilen Ungehorsam mehr zu leisten, sobald andere Abhilfe in Sicht war.

Nach unserem Einzug ins Mutlanger Carl-Kabat-Haus war die Begleitung von Pershing ll-Bereitschaftsbungen, die nach dem INF-Vertrag erst richtig regelmig losgingen, einer unserer Arbeitsschwerpunkte.
Nchtlicher Militrkonvoi im Dorf  Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Einladung der Pressehtte zum Manverseminar vom 24. - 26. April 1987
Perspektiven der Kampagne in Pershing II - Manvern

Die Pershing II-Raketen der 'Nachrstung' halten sich im wesentlichen in vier Stationierungsorten (Mutlangen, Heilbronn, Neu-Ulm, Kettershausen) auf. Doch das ist nicht alles, zum Konzept der Waffe gehrt Mobilitt, die Raketen sollen sich bewegen. So finden zwei Gromanver und eine ganze Reihe Bereitschaftsbungen pro Jahr statt. Die bungen mit Atomraketen gehren zu den grten kriegsvorbereitenden Handlungen berhaupt, und es gilt, dies einer breiten ffentlichkeit bewut zu machen: Hier wird der Atomkrieg gebt !!!

Blockaden in den Manvergebieten finden groes Echo in der rtlichen Presse, dadurch werden ganz neue Personenkreise, eine ganz andere ffentlichkeit erreicht. Zustndig fr Blockaden in der Nhe der Waldstellungen sind die jeweils rtliche Polizei und natrlich die rtlichen Gerichte. Auch hier erreichen wir also mit unseren Aktionen neue Personen, die sich mit unseren Positionen auseinandersetzen mssen. Vielleicht gibt es einige Richter, die nach dem BVG-Urteil freisprechen wrden, wenn in ihrem Bezirk Blockaden stattfinden wrden.

Einige Kampagne-Gruppen bekmen die Mglichkeit, in ihrer Heimatgegend zu blockieren, was wiederum zu besserer Zusammenarbeit mit rtlichen Friedensgruppen fhren knnte. Dies wrde zur Verbreitung von Gedanken des Zivilen Ungehorsams und grundstzlich antimilitaristischen Positionen und damit verbunden zur Vergrerung der Kampagne beitragen.

Bei den wenigen Blockaden, die es bei Gromanvern auf Transportwegen gab, konnten kleine Blockadegruppen den Manverablauf erheblich stren, die Transporte wurden bis zu einer halben Stunde aufgehalten. Es erfolgte ein direktes Eingreifen in den Militrapparat.

aus dem 8. Rundbrief