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Senioren- und Manöverblockade 1987
Bericht von einer gewaltfreien Aktion während der Seniorenblockade 1987 in und um Mutlangen

Vom 2. - 10. Mai diesen Jahres fand in Mutlangen die zweite bundesweite Seniorenblockade statt, organisiert von der Kampagne 'Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung'. Der Zeitpunkt überschnitt sich mit dem Frühjahrsmanöver der Pershing II.

In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch verließen alle 36 Pershing II das Mutlanger Depot, fuhren durch das Dorf, über die Landstraßen und verteilten sich bis zum Morgen in den Wäldern. Durch die Raketenverfolgung seitens der Pressehütte Mutlangen waren uns einige Waldstellungen bekannt, in denen die Soldaten den Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen – den 3. Weltkrieg – übten.

Viele vor allem ältere Teilnehmerinnen der Seniorenblockade entschlossen sich, neben den Blockaden am Depot die Waldstellungen aufzusuchen, um dort Zeuge zu sein und diese Übung eines Verbrechens gewaltfrei zu blockieren. So auch am Donnerstag, dem 7. Mai, einen Tag vor dem Jahrestag des Kriegsendes in Europa, der Kapitulation des Naziregimes 1945:

Wir fuhren morgens von Mutlangen mit einem friedlichen Konvoi von ca. 10 Autos zu einem Waldparkplatz in der Nähe des Dorfes Winzerweiler und gingen die letzten 1-2 Kilometer singend und redend zu der Pershing-Waldstellung, begleitet von einem BBC-Fernsehteam und Pressefotographen.

Ein Polizei-VW-Bus, der quer auf einem Waldweg stand, signalisierte uns, daß wir am Ziel angekommen waren. Wir umgingen diese Sperre, einige erklärten den Polizisten, warum wir hier waren, und als wir ein paar Meter weiter 9 amerikanische Soldaten erblickten, faßten sich die meisten an den Händen, sangen Friedenslieder und gingen ruhig und langsam auf die Soldaten zu. Diese befahlen uns, nicht weiterzugehen, da das Betreten des Waldstückes für uns verboten sei. Sie zeigten uns ihre Gewehre, die zum Teil geladen waren, riefen "Stop!!" und ein paar Polizisten versuchten tatkräftig, ihnen dabei zu helfen, uns zurückzuhalten.
aus dem 10. Rundbrief
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier