Pressehütte Mutlangen
Startseite
Über uns
Blockade in Büchel
Aktuelles von der NPT RevCon
Friedens- und Begegnungsstätte
Friedenswerkstatt
Mitmachen
Magazin FreiRaum
Kalender
Material
Archiv
Kontakt
Links
Atomteststopp-Blockade
Friedens-Versuche gegen Atomversuche
Teststopp-Blockade 26. März 1987

Die US-Administration hat unumwunden erklärt, sie benötige die gegenwärtige Atomtestserie zur Verwirklichung des SDI-Programms, vor allem zur Erprobung des sogenannten Röntgenlasers, der mit Hilfe von Atomexplosionen im Weltraum gegnerische Ziele (vor allem Satelliten und Raketen) abschießen soll.

Unter dem Vorwand, den Ausstieg aus der atomaren Drohpolitik zu suchen, wird damit eine Technik eingeführt, die im 'Normalbetrieb' – gewissermaßen als 'gewöhnliche' Energiequelle – auf Atombombenexplosionen zurückgreift. Das ganze Sternenkriegsprojekt stinkt förmlich zum Himmel, denn es riecht nach dem totalen Einstieg in einen Teufelskreislauf regelmäßiger Nuklearbombenzündungen im erdnahen Weltraum.

Seit August 1985 versucht die sowjetische Regierung mit einem inzwischen mehrfach verlängerten, einseitig eingehaltenen Atomteststopp, die militärischen Planer der USA dazu zu bewegen, Vernunft anzunehmen, bisher vergeblich. Vorgebliche Hindernisse, wie die Kontrolle von 'Testexplosionen', eine politische Lösung des mörderischen Afghanistankrieges oder eine innenpolitische Liberalisierung wurden von der Sowjetunion z.T. mit unerwarteter Entschiedenheit angegangen.

Ich würde gern in einem kurzen Schreiben den Bonner Botschaften von USA und UdSSR (zur Kenntnisnahme) sowie der Bundesregierung ankündigen, daß wir während des nächsten amerikanischen Atomversuchs eine Blockade von genau den amerikanischen Mordinstrumenten machen, die durch solche Tests zu noch tödlicherer Perfektion 'weiterentwickelt' werden sollen. Beim vorerst letzten dieser Atomtests ließen sich Anfang Februar 436 Personen beim Betreten des Testgeländes in der Wüste von Nevada festnehmen. Diesen Impuls möchte ich gerne aufnehmen und fortführen.

Den (von den Politikern an die Bürgerinnen angekündigten) Atomversuchen in Nevada sollen in Zukunft zeitgleiche Friedens-Versuche (ebenfalls angekündigt, allerdings von den Bürgerinnen, die sie durchführen, an die Politiker) vor dem Mutlanger Tor oder anderen Atomdepots entgegengesetzt werden.

In diesen Friedens-Versuchen sollen als Entgegnung auf die zerstörerischen Energien, die bei der Kernspaltung frei werden, aufbauende Energien wie Lebensmut, Wahrheitssuche und Menschenliebe so lange weiterentwickelt werden, bis wir unsere Testserie mit Erfolg abschließen können. (Diese Versuche müssen übrigens nicht durch komplizierte Meßgeräte überwacht werden, denn sie verursachen keine Erd- sondern allenfalls Menschenbeben.)

TREFF: Donnerstag, 26. März um 10 Uhr an der Pressehütte.

Um 12 Uhr können wir auf der Zufahrtsstraße zum Depot unseren Friedens-Versuch beginnen: Gemeinsame Gespräche, Gedanken und Gedichte (Bringt mit, was ihr mitteilen möchtet!) Wer noch bis Mitternacht dableiben kann, mit dem/r möchte ich dann noch einige Minuten des 8. Jahrestags des Reaktorunglücks von Three Miles Island bei Harrisburg gedenken, der sich am 27. März erneut jährt. Die Toten durch Leukämie, Fehlgeburten und andere Opfer der 'friedlichen' Nutzung der Kernenergie können für uns eine sehr konkrete Erinnerung an den Sinn unseres Widerstandes sein.

KONTAKT: Uwe Painke, Haußerstraße 44. 7400 Tübingen
(Tel: 07071-51266)

aus dem 8. Rundbrief
Foto: Thomas Pflaum c/o VISUM
Foto: Thomas Pflaum c/o VISUM