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Arbeitsform Offener Brief
Fortsetzung von der vorigen Seite unermelich sind, da wir uns niemals mit ihr abfinden werden.
Was im Herbst auf allen Flugblttern stand, gilt auch heute, keines unserer Argumente wurde in der Parlamentsdebatte entkrftet.

Die Reaktion der Bundesregierung

Der millionenfach geuerte Protest hat nicht ausgereicht, Sie und Ihre Regierung zum Umdenken zu veranlassen. Wir muten die schmerzharte Erfahrung machen, da alle Argumente und Appelle und der klare Bevlkerungswille zur Bedeutungslosigkeit verurteilt wurden. Fr uns war dies ein klarer Sieg der Macht ber die Vernunft.

Wir mssen Widerstand leisten

Uns bleibt keine andere Wahl: Wir mssen den Protest mit gewaltfreiem Widerstand verbinden, wir mssen Widerstand leisten, der ber die uns von unserer Regierung zugebilligten Protestformen hinausgeht.
Jeder von uns steht vor der Aufgabe, sein Leben so zu verndern, da er aktiv daran mitarbeitet, Aufrstung zu verhindern und Abrstung und Frieden zu ermglichen. Unser Handeln mu dem kategorischen Imperativ folgen: Verhalte dich stets so, da, wenn die Maxime deines Handelns die Maxime des Handelns aller Menschen wird, weltweite Abrstung durchgesetzt ist.
Unser Verantwortungsbewutsein gegenber unserer Gesellschaft, unseren Kindern und der ganzen Welt mu jetzt so stark werden, da wir uns nicht mehr durch die Furcht vor unserer Regierung und der herrschenden Rechtsprechung einschrnken lassen.
Wir mssen vielmehr den Mut entwickeln, uns den menschheitsgefhrdenden Atomkriegsplnen entgegenzusetzen, auch wenn dies mit harten Konsequenzen fr unser persnliches Leben verbunden ist.
Angesichts der Unmglichkeit, die Stationierung zu dulden,
angesichts der Notwendigkeit, gegen die Pershing-II-
Raketen gewaltfreien Widerstand zu leisten,
aus Verpflichtung gegenber den Mitgliedern der
unabhngigen Friedensbewegung im Warschauer Pakt, deren Risiken immer noch die unsrigen weit bertreffen,
aus Solidaritt mit den Menschen in den armen Lndern,
fr die der skrupellose Rstungswettlauf schon heute
millionenfach Elend und Tod bedeutet,
haben wir begonnen, das Atomraketenlager in Mutlangen regelmig zu blockieren.

Unser aller Schicksal hngt vom Schicksal der Abrstung ab. Durch unser Handeln verleihen wir dieser Abhngigkeit wenigstens ansatzweise einen angemessenen Ausdruck.

Durch die Stationierung der ersten Pershing-II-Raketen wurde Mutlangen zum Symbol des Aufrstungswahnsinns. Seit Stationierungsbeginn findet dort am Zaun des amerikanischen Militrgelndes eine Tag und Nacht ununterbrochene Mahnwache statt. Diese Mahnwache, unsere regelmigen Blockaden und andere gewaltfreie Aktionen werden Mutlangen zum Symbol des entschlossenen Widerstands der Friedensbewegung machen.

Die Aktionsform der gewaltfreien Blockade ist eine Protest- und Widerstandsform, mit der wir weitreichende Perspektiven verbinden

Eine gewaltfreie Blockade von Militrfahrzeugen in Mutlangen bedeutet eine – wenn auch oft nur minimale – Strung des Militrbetriebs. Wir verhindern mit ihnen, da diese Todesmaschinerie, die uns alle – auch Sie! – tglich mit unvorstellbarer Vernichtung bedroht, unbehelligt funktionieren kann. Wir setzen uns mit unserer ganzen Person dem Militrbetrieb in den Weg und zeigen, da Transport und Versorgung der Atomraketen nur ber unsere Krper hinweg stattfinden knnen.
Unsere Blockaden entsprechen unserem wichtigsten Prinzip: der Gewaltfreiheit. Da unser Handeln eine menschenwrdige, lebenswerte Zukunft zum Ziel hat, ist und bleibt die Achtung der Wrde und der krperlichen Unversehrtheit anderer Menschen fr uns unverzichtbar. Bei unseren Blockaden verletzen oder bedrohen wir niemanden. Niemandem geschieht Unrecht. Wir stren vielmehr den Militrbetrieb auf eine Weise, die eine Verletzung der Persnlichkeitsrechte der dort arbeitenden Menschen ausschliet.
Wir verstehen unsere gewaltfreien Blockaden als erste Anstze zu einer alternativen Verteidigungskonzeption der Bundesrepublik Deutschland. Die Geschichte des