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Nehmen wir mal an, es sei ein Beispiel gewesen, was uns mit dem Stichwort Mutlangen einfällt.

Eines der wenigen positiven Beispiele für die Möglichkeit von dir und mir, einzugreifen in die Machenschaften der hohen Politik. Dann würde es sich lohnen, diese Erfahrung nicht zu vergessen. Und es wäre sinnvoll, sie zu verarbeiten und anderen zugänglich zu machen.

Aber wie?

Fast sieben Jahre lang habe ich – Zeichner statt Blockierer, auf wohlwollend-kritische Distanz achtend – darüber mit Volker Nick und Christof Then, den Initiatoren der Kampagne Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung, herumgekämpft. Schreib mal ein Buch mit betreffenden Betroffenen, die alles – vom Layout bis zum Gewalt-Begriff – besser wissen, alles schon immer gewußt haben. Die endlich rehabilitiert sein möchten, obwohl sie es schon längst sind. Die eigentlich wissen, wie langweilig Argumentationen oder gar Bekenntnisse sind, wenn sie nicht nötig sind, und wann sind sie das schon. Manchmal habe ich mich überzeugen lassen. So daß mir der „Blick von außen” abhanden gekommen ist; aber auch der „Über-Blick.” Sich über dieses Buch zu erheben ist also leichter als sich über diesem Buch zu erheben.

Vor einigen Jahren hätten wir uns blamiert, von „Aufbruch” wäre die Rede gewesen, und von „Hoffnung”. Mit Skepsis blamiert man sich nicht, aber aus Skepsis allein läßt sich weder Begeisterung noch Durchhaltevermögen destillieren, was wir doch gerne hätten und brauchen.

Was ist es jetzt, unser Buch? Nicht nur umfangreich, sondern sperrig und nicht ganz zeitgeistig. Nicht geeignet, in einem Rutsch von vorn bis hinten durchgelesen und abgehakt zu werden. Was zu sagen ist, geht nicht in einen Satz, auf einen Blick. Es geht nicht um Reklame für Zigaretten.
Wer in diesem Buch eine personality show erkennt, hat auch wieder recht: Es geht um Menschenleben.

Gerne hätten wir ein Arbeitshandbuch zustandegebracht. Oder ein Museum: mit den Möglichkeiten zu flannieren, gucken zu gehen oder sich zu informieren.

Vielleicht ist auch nur ein Souveniralbum herausgekommen, für Insider. Immerhin für Friedens- statt für Kriegsteilnehmer. Immerhin ein Anlaß, über die gemeinsamen Erlebnisse von damals zu sprechen. Es sind Erfahrungen; manche können zu der Hoffnung verleiten, durch Erfahrungen lernen zu können. Als Projektionsfläche für fromme Wünsche und „das waren noch Zeiten” sind diese Erinnerungen nur bedingt geeignet. Da tun wir gut daran, sie zu vergessen. Ein Schild hinter dem Stacheldraht, vor den Pershings, warnte: „Freedom is not without cost”
Grafik: Die Gedanken sind frei
die Gedanken sind frei