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Handbuch für den Blockade-Herbst
Fortsetzung von der vorigen Seite Was wird blockiert?

Auf gar keinen Fall sollten Fahrzeuge blockiert werden, die in einer humanitären Funktion unterwegs sind, also Rot-Kreuz-Fahrzeuge im Einsatz oder ähnliches; dies wäre unvereinbar mit unserer gewaltfreien Haltung.
Beim Normalbetrieb fährt eigentlich dauernd eine Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge durch die Lagertore
– Militärfahrzeuge (vom Jeep bis zur Pershing II-Lafette)
– Polizeifahrzeuge (aller Art)
– deutsche Baufahrzeuge
– PKWs (z. B. mit amerikanischen Generalen oder deutschen
   Bauarbeitern).
Jede Blockadegruppe entscheidet selbständig, welche Fahrzeuge sie blockiert oder nicht. Auf jeden Fall sollten sich alle Blockierwilligen vorher abgesprochen haben, und auch gleichzeitig blockierende Gruppen sollten vorher voneinander wissen. Am besten ist es natürlich, wenn in einer Gruppe Konsens darüber besteht, was blockiert wird und was nicht, aber auch innerhalb einer Blockadegruppe kann es Untergruppen geben, z. B. eine Untergruppe, die auch Polizeifahrzeuge blockiert und eine andere Untergruppe, die nur Militärfahrzeuge blockiert. Im 'Offenen Brief an die Bundesregierung' steht, daß wir uns Transport und Versorgung der Atomraketen in den Weg setzen wollen. Inzwischen verbreitet sich immer mehr die Auffassung, daß das für alle Fahrzeuge gilt, die durchs Lagertor fahren wollen, also auch für Polizei und Bauverkehr. Und sicherlich müssen wir genauso das Gewissen der deutschen Arbeiter im Atomwaffenlager ansprechen wie das der amerikanischen GIs. Wie sich dies jedoch in der Blockadepraxis auswirkt, bleibt – wie gesagt – jeder Gruppe überlassen.
Wann, wie lange, wie oft wird blockiert?

Der Hauptverkehr vom und zum Raketenlager beginnt werktags gegen 6 Uhr früh mit den Baufahrzeugen, bis 7 Uhr kommen dann im Allgemeinen die Wachablösungen der US-Army und der Polizei.
Der Normalverkehr findet dann eigentlich ununterbrochen bis zum Abend statt. Nachts ist der Verkehr zwar geringer, aber es kann trotzdem sinnvoll sein, auch in Nachtschichten zu blockieren. Gerade Pershing II-Ausfahrten können zu jeder Tages- oder Nachtzeit stattfinden.

Es empfiehlt sich, daß Gruppen geschlossen mit ihrer Blockade anfangen und auch aufhören, da die Gefahr besteht, daß die Vor- oder Nachhut Sachen abkriegen, die bei größerer Anzahl weniger leicht stattfinden. Da es häufig vorkommt, daß die Polizei räumt ohne festzunehmen bzw. nur willkürlich ein paar der BlockiererInnen festnimmt, sollte sich jede Gruppe vorher überlegen, bis zu welcher BlockiererInnenanzahl sie sich 'reduzieren' läßt. Leute, die sich mehrmals am Tag festnehmen lassen, müssen mit einer entsprechend gesteigerten Strafe rechnen und bei ihnen ist die Gefahr größer, für einige Stunden in Polizeigewahrsam genommen zu werden.

Jede Gruppe sollte sich auch darauf vorbereitet haben, daß die Polizei sie immer wieder von der Straße räumt, ohne irgendjemanden festzunehmen.