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Handbuch für den Blockade-Herbst
Fortsetzung von der vorigen Seite Provokateure

Bisher waren Provokateure in Mutlangen kein großes Problem; bei einer so langfristigen Aktion wie einer 4-wöchigen eskalierenden Blockade können wir jedoch natürlich nicht ausschließen, daß Provokateure auftauchen, die den (von unserer Seite aus) friedlichen Verlauf der Blockaden stören bzw. unseren gewaltfreien Widerstand brechen wollen.

Dabei scheinen uns folgende Verhaltensweisen gegenüber Provokateuren sinnvoll:

1.Standhalten. Weder ängstlich zurückweichen, noch aggressiv reagieren. Fragen: "Warum macht ihr das? Was habt ihr gegen uns?" Solange einer redet, schlägt er nicht. Keine Panik!
2.Legt sich ein Angreifer mit jemand von uns oder mit einem Polizisten an, dazwischentreten. Das erfordert einige Zivilcourage, ist aber in der Regel sehr wirksam, da es den Angreifer verunsichert.
3.Nicht als einzelne/r, wohl aber als Gruppe zwischen die Angreifer treten. Das ist die wirksamste Gegenwehr, da sie sich meist nur als Gruppe stark fühlen.
4.Den Angreifern die Möglichkeit des Abzugs offenlassen, selbst wenn es auf unserer Seite Verletzte gibt.

Bei früheren Blockaden spielte die Angst der Gewaltfreien vor den sog. Autonomen oft eine große Rolle, meistens völlig unnötigerweise. Auch wenn die Autonomen unsere Gewaltfreiheit nicht verstehen oder belächeln, so haben sie in aller Regel kein Interesse daran, uns unser Konzept kaputtzumachen. Erst wenn wir gescheitert sein sollten bzw. wenn die Staatsorgane zu brutal gegen uns vorgehen, dann fühlen sie sich gerufen, den Kampf auf ihre Weise fortzusetzen. Im ersten Fall wird es ihnen kein Mensch verdenken können, und im zweiten Fall werden wir versuchen müssen, ihnen klar zu machen, daß wir ihre 'Hilfe' wirklich nicht brauchen können.

Viel größere Sorgen bereitet uns der Gedanke, daß rechtsradikale und/oder staatlich bezahlte Gewalttäter zwischen uns auftauchen. Vor allem für die gelten die obigen vier Punkte!
Trainings in gewaltfreier Aktion

Als die Blockadebewegung noch ein paar Jahre jünger war, durften ausschließlich geschlossene und gemeinsam trainierte Gruppen an größeren Aktionen teilnehmen. Inzwischen haben viele Menschen Erfahrungen bei gewaltfreien Blockaden gesammelt; wir sind sicherer, routinierter geworden – und auch weniger streng, was die Voraussetzungen für die TeilnehmerInnen angeht.

Dennoch: Es gehört zum Charakter einer direkten gewaltfreien Aktion, daß das Ausmaß des Risikos vorher nie genau feststeht. Es sollten nur Menschen in einer Gruppe zusammen blockieren, die sich einigermaßen kennen und die sich aufeinander verlassen können. Auch wer zum 20. Mal blockiert, muß vorher mit der Gruppe besprochen haben:
Was machen wir, wenn die Polizei plötzlich mit Hunden kommt, wenn die US-Soldaten sich eigenhändig freie Fahrt verschaffen, wenn Provokateure auftauchen?
Wer kümmert sich darum, daß die Soldaten und Polizisten und auch die Zuschauenden angesprochen werden?
Wer kümmert sich um die Festgenommenen? Was ist, wenn jemand länger gefangen gehalten wird?
... und dergleichen Fragen.

Unser Trainingskollektiv hat im Vorfeld des Herbstes eine recht große Anzahl von Blockadegruppen trainiert.
Gruppen, die kein gemeinsames vorheriges Training mitmachen konnten, können noch während des Blockade-Herbstes ein Training bekommen. Wenn die Zeit für ein richtiges Training nicht mehr reicht, dann gibt's sogar ein dreistündiges Kurztraining, auch 'Schnellbleiche' genannt.
Aber bitte vorher unbedingt mit der Dauergruppe Kontakt aufnehmen!