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Handbuch fr den Blockade-Herbst
Übereinkunft

Wir werden vom 13. September bis zum 10. Oktober 1986 das Mutlanger Pershing II- Lager täglich gewaltfrei blockieren. Die Zahl der gewaltfreien Blockaden soll von Woche zu Woche zunehmen.

Wir wollen ansatzweise und modellhaft zeigen, wie der gewaltfreie Widerstand von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern immer stärker in den militärischen Betrieb eingreifen und ihn eines Tages undurchführbar machen kann.

Wir werden zeigen, da die Verurteilungen durch die Gmünder Justiz uns nicht abschrecken können, sondern vielmehr eine bundesweite Solidarität erzeugen.

Wir werden den Politikern zeigen, da wir nicht bereit sind, uns mit Abrüstungsversprechungen vertrösten zu lassen.

Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger mit unserem Handeln anstecken, die Verantwortung fr das Überleben nicht zu delegieren, sondern selbstverantwortlich fr die Abrüstung zu kämpfen.

Wir verfolgen diese Ziele mit den Mitteln der Gewaltfreiheit.

Wir werden keinen Menschen verletzen oder beschimpfen.

Wir versuchen, allen Menschen mit Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und Gesprächsbereitschaft zu begegnen.

Auch in unserem Zusammenleben und Zusammenarbeiten versuchen wir, gewaltfreie Strukturen zu praktizieren, d.h. wir werden nicht nach dem Mehrheitsprinzip, sondern nach dem Konsensprinzip arbeiten und uns untereinander soweit wie möglich absprechen.

Diese Absprachen schmälern nicht die grundsätzliche Selbst­verantwortung jeder Gruppe, eigenständig zu entscheiden, wo, wann, wie und wer gewaltfrei blockieren wird.

Die Blockaden finden statt im Rahmen der
KAMPAGNE ZIVILER UNGEHORSAM BIS ZUR ABRÜSTUNG.
WARUM MODELL FÜR EINE GEWALTFREIE ESKALATION?

Mit unserem Zivilen Ungehorsam arbeiten wir auf eine politische und gesellschaftliche Situation hin, in der die Pershing II-Stationierung nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Im Rahmen der Kampagne Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung (und des ihr zugrunde liegenden 'Offenen Briefs an die Bundesregierung') haben wir in den letzten Jahren eine Vielzahl von einzeln organisierten gewaltfreien Blockaden durchgeführt. Wir haben die Erfahrung gemacht, da diese Blockaden einen persönlichen und politischen Impuls erzeugen, der uns selber und unser persönliches Umfeld verändert und Frieden und Abrüstung möglich macht.

Inzwischen halten wir den Zeitpunkt fr gekommen, zu dem es möglich ist, viele und unterschiedliche Blockadegruppen zu einer gemeinsamen größeren Aktion in Mutlangen zusammenzuführen.

Indem wir mit einzelnen gewaltfreien Blockaden beginnen, möchten wir an unsere bisherigen Aktionen anknüpfen, die wir in der Hoffnung auf die 'Vielen' durchführten, aber ohne auf anonyme Massen zu warten. Die tägliche Folge dieser Blockaden während des Blockade-Herbstes und die Steigerung bis zur 4. Woche sollen unsere Perspektive deutlich machen: wie das gewaltfreie Eingreifen einzelner Bürgerinnen und Bürger Kreise zieht, soda immer mehr Menschen aufgerüttelt werden und sich aktiv dem schon lange erkannten, aber bis dahin passiv geduldeten Unrecht in den Weg setzen – konsequent, unbeirrbar, offen, argumentativ und gesprächsbereit.

Es wird nicht in unserer 'Macht' liegen, wenn die Armee irgendwann den Verkehr einstellt oder wenn die Polizei irgendwann nicht mehr räumt oder wenn die Justiz irgendwann aufhört zu verurteilen.

Eher könnte man sagen: Es wird die Wirkung unserer gemeinsam ausgeübten Ohnmacht sein, einer Ohnmacht, die die Welt positiver verändern kann als alle Terroranschläge der Mächtigen und der Verzweifelten.