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Konfliktpartner Polizei
Hter der Ordnung

Stuttgarter Nachrichten, 11.4.1987

Ein heikles Treffen ohne konkrete Vereinbarungen
Blockierer und Polizei: Treff zum Kennenlernen

STUTTGART – Um sich „aneinander heranzutasten”, wie es eine Teilnehmerin formulierte, saen sich gestern Vertreter der Friedensbewegung und der Evangelischen Kirche, Parlamentarier, die Polizeifhrung des Landes und ein Bundeswehr-General gegenber. Die an Ostern und in den folgenden Monaten anstehenden Blockade-Aktionen sollten „entschrft” werden.

(...) Fr Landespolizeiprsident Alfred Stmper war es einmal mehr ein „Versuch”, mit „unseren Gegenbern” ins Gesprch zu kommen. Generalmajor Frank Schild, Befehlshaber im Wehrbereich V („Ich bin als Staatsbrger in Uniform hier”) zeigte sich „dankbar fr dieses offene Gesprch”. Ihm sei wichtig gewesen, „mit Leuten zu diskutieren, die anders denken als wir". (...) „Weil der Dialog unverzichtbar zur Demokratie” gehre, wie Innenminister Dietmar Schlee erklrte. Aber es gehe nicht darum, „zwischen Polizei und Friedensgruppen suspekte Absprachen zu treffen”.
Blockiererin und Polizist im Gespräch  Foto: Thomas Pflaum c/o VISUM
Foto:
Thomas Pflaum
c/o VISUM
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Heike Huschauer nach dem Treffen:

Das Gesprch insgesamt halte ich fr richtig, wichtig, sogar wertvoll; aber (noch) nicht fr fruchtbar. Ganz persnlich hat mich betroffen, da ich Mhe hatte, bei Bemerkungen wie „Waffen sind moralisch neutral” oder „Ihr schickt die falschen Signale nach Moskau” nicht den Ha zu entwickeln, den der CDU-Vertreter von vornherein zu spren glaubte. Insofern war der Tag auch eine Herausforderung.


Christof Then nach dem Treffen:

Erfolgreich war das Gesprch vor allem deshalb, weil sein Zustandekommen die Kampagne - und damit den gewaltfreien Widerstand in Mutlangen und anderswo - aufgewertet hat. Meines Erachtens war das Gesprch das Ergebnis des stndig zunehmenden Drucks durch unseren konsequenten gewaltfreien zivilen Ungehorsam.

Natrlich haben uns Polizei und Parteien Vertreter in immer neuen Varianten darauf hingewiesen, da unsere 'Rechtsbrche' nicht hinzunehmen seien. Natrlich hat uns Generalmajor Schild darauf hingewiesen, da er dem Frieden und der Freiheit diene, und er somit diese Gesprche in Frieden und Freiheit mglich mache, und da die Pershing II die Urform der politischen Waffe sei, und da die Abschreckung den Frieden sicher machen wrde.

Und natrlich haben wir diesen Argumenten in aller Deutlichkeit widersprochen.

Der Weg zu einer tatschlichen politischen Verstndigung ist noch unendlich mhsam und lang, und das heit, es steht noch unendlich viel gewaltfreie Arbeit in Mutlangen und anderswo vor uns. Und die Frage mu offen bleiben, ob es uns jemals gelingen kann, einen Generalmajor Schild oder einen CDU-Verteidigungsexperten Petersen von der Immoralitt des nuklearen Abschreckungssystems zu berzeugen.