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Konfliktpartner Polizei
Hter der Ordnung

Fortsetzung von der vorigen Seiteberfallwaffen. Und wenn berhaupt irgendwo in dieser Welt Polizei notwendig erscheint, um ein Verbot durchzusetzen, dann doch hier das Verbot des grten denkbaren Verbrechens, des Mordes an der Menschheit!

Stattdessen erleben wir die staatlichen Hter von Recht und Ordnung als blind gegenber den Gefahren und dem Unrecht der nuklearen Aufrstung, whrend sie Verste gegen die Zeltordnung oder hnliches 'Unrecht' mit Einsatz (aller) ihrer Machtmittel verfolgen.

Wir verstehen uns zivil Ungehorsame als Wegbereiter fr zuknftige Generationen, einer Zeit, die es voraussichtlich nur geben wird, wenn heute gengend Menschen bereit sind, auch fr Sachen einzustehen, an denen sie nicht 'schuld' sind. Der Hitlerfaschismus in Deutschland und seine sogenannte 'Verarbeitung' sind fr uns Belege fr die Notwendigkeit eines neuen Handelns, dieser neuen Verantwortungsbereitschaft, einer Ethik, die notwendigerweise kmpferisch und kompromilos pazifistisch sein mu.

In einem weiteren Teil unserer Beitrge werden wir klarstellen, da unser kmpferischer Pazifismus nichts totalitres, nichts menschenverachtendes oder -unterdrckendes an sich hat, ja da er nicht einmal im Widerspruch zu Geist und Buchstaben unseres Grundgesetzes und des l der Straenverkehrsordnung steht – wenn sich auch unsere gegenwrtigen Parlamentsregierungen mit Hnden und Fen gegen diese Einsicht struben.

Wir hoffen, wir knnen in diesem Gesprch klarmachen, da es eigentlich nichts geben kann, was uns von unserer Haltung und Lebenspraxis abbringen knnte - kein Korruptionsangebot, keine Mauscheleien, ebensowenig Geldstrafen oder Gefngnis. Hchstens unser Tod oder berzeugende Argumente werden uns stoppen knnen. Und falls es immer noch Leute gibt, die es nicht wissen: Wir setzen zwar unser Leben und unsere krperliche Unversehrtheit ein, aber wir werden niemals andere Menschen bedrohen, gefhrden, verletzen oder gar tten. Auch wenn die Auseinandersetzung um die Raketen hrter werden sollte.

Was wollen wir bei diesem Gesprch von den anderen?

Zuerst einmal machen wir uns keine konkreten Hoffnungen, da Polizei, Militr oder die Landesregierung durch dieses Gesprch von ihrer bisherigen Haltung gegenber uns 'bekehrt' werden knnen. Andererseits werden wir es ihnen aber nicht ersparen, sie mit dieser unserer Erwartung zu konfrontieren. Darber hinaus werden wir vor allem an zwei Punkten kurzfristig erfllbare Forderungen zum Ausdruck bringen:

a) Wir werden anregen, da das Pershing II-Lager whrend der Seniorenblockade geschlossen bleibt. Mindestens solange die Opfer des letzten (?) Weltkrieges ihr Engagement fr Frieden und Abrstung praktizieren, mindestens solange mte es doch mglich sein, die Vorbereitung auf den nchsten und wirklich allerletzten Krieg zu unterbrechen. - Das soll keine untertnige Bitte sein, sondern sowas knnte ein erster Schritt sein zur gemeinsamen Schlieung aller Massenvernichtungsmittellager. Was unseren Beitrag zu diesem Schritt angeht, so werden wir ihn sowieso praktizieren. Wir wollen Polizei und Militr anbieten, das ihre dazu beizutragen.

b) Wir hren immer wieder von Soldaten, Polizisten und Politikern, die Raketenstationierung sowie die Polizeieinstze in Mutlangen geschhen doch zu unserem Schutz und in unserem eigentlichen Interesse. Andererseits erleben wir immer wieder Soldaten und Polizisten, die uns gefhrden, die uns zu berfahren drohen oder es sogar in Einzelfllen gemacht haben, ohne da diese groe Anzahl uniformierter Rechtsschtzer zu unserem Schutz eingeschritten wren. Wenigstens wenn es unmittelbar um unser Leben und unsere krperliche Unversehrtheit geht, mssen sich die angegebenen Ziele doch im konkreten Handeln niederschlagen! Wir verlangen sicher nicht zuviel von den anderen, wenn wir sie um eine klare Stellungnahme bitten, ob die Artikel l und 2 des Grundgesetzes auch fr uns und auch dann gelten, wenn sich durch ihre Beachtung der Transport und die Versorgung von Massenvernichtungsmitteln etwas verzgert. Soviel hier zum Inhalt. So arg viel knnen 15 Leute in vier Stunden sowieso nicht durchsprechen.

Aber vielleicht knnen wir einen Anfang machen.
Zum Gesprch mit Polizei, Militr und Politikern im Rundbrief 15. Mrz 1987