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Konfliktpartner Polizei
Hter der Ordnung
Die Polizisten hatten die Aufgabe, uns von der Strae zu rumen, den Soldaten und dem Militrverkehr den Weg freizumachen. Hufig fiel es ihnen schwer, nie jedoch schwer genug.

AN DIE POLIZEI! AN DIE POLIZEI! AN DIE POLIZEI!

Liebe Mitbrger in Uniform,

wir werden vom 13. September bis 10. Oktober das Mutlanger Pershing-Lager tglich gewaltfrei blockieren. Die Zahl der Blockaden soll von Woche zu Woche zunehmen. Wir knnen die Verantwortung fr das berleben nicht delegieren, sondern mssen selbstverantwortlich fr Abrstung kmpfen.

Wir verfolgen unser Ziel, die Rcknahme der Stationierung der neuen Mittelstreckenraketen als ersten Schritt auf dem langen Weg zu einer Welt ohne Waffen, mit den Mitteln der Gewaltfreiheit. Wir werden keinen Menschen verletzen oder gar tten. Wir werden auch niemanden bedrohen oder beschimpfen. Wir versuchen, allen Menschen mit Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und Gesprchsbereitschaft zu begegnen. Tragen auch Sie durch Ihr Verhalten bei evtl. Rumungen dazu bei, da es nicht zu gewaltttigen Auseinandersetzungen kommt!

Wir wissen, was der Einsatz in Mutlangen fr Sie bedeuten kann: berstunden, womglich Trennung von der Familie, nervende Diskussionen und krperlicher Stre bei evtl. Rumungen. Aber auch fr uns das drfen Sie uns glauben ist blockieren kein Vergngen. Fr uns bedeutet es: Verzicht auf Urlaub, Reisekosten, Angst und Stre, Verletzungsgefahr, womglich Proze, Strafen, vielleicht sogar Gefngnis.

Wir sind berzeugt, da auch viele Polizeibeamte mit Sorge auf das sich rapide beschleunigende Wettrsten blicken, das die Erde lngst in ein gigantisches Pulverfa verwandelt hat. Die in den Waffenarsenalen der Atommchte aufgehufte atomare Sprengkraft wrde ausreichen, die Erde 120 Mal zu einem toten und wsten Planeten zu machen, von der Verschwendung kostbarer Ressourcen, die angesichts von Hunger, Not und Elend in der Welt durch nichts zu rechtfertigen ist, ganz zu schweigen.

Polizei-Flugblatt fr den Blockade-Herbst 1986

Wir stimmen dem Weltkirchenrat zu, der auf seiner Vollversammlung in Vancouver 1983 erklrte: Die Herstellung und die Aufstellung sowie der Einsatz von Atomwaffen ist ein Verbrechen gegen die Menschheit. Und unser Staat bereitet dieses Verbrechen mit vor! Die hier in Mutlangen stationierten Pershing-Raketen sind keine Verteidigungswaffen. Helmut Gollwitzer nennt sie 'atomare berfallwaffen', Dorothee Slle bezeichnet sie als 'fliegende Verbrennungsfen'!

Vielleicht sagen Sie: Wir haben nichts dagegen, wenn Ihr gegen das atomare Wettrsten demonstriert, im Gegenteil, es ist unsere Aufgabe, dafr zu sorgen, da Ihr die Grundrechte der Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrnehmen knnt. Aber warum diese Blockaden? Damit schadet Ihr Eurem Anliegen doch blo! Es geht uns in der Tat um nichts geringeres als die Verhinderung und Behinderung des denkbar grten Verbrechens. Sie werden uns sicherlich zustimmen, da Mord ein Verbrechen, Massenmord ein groes Verbrechen, Vlkermord ein noch greres Verbrechen ist. Der (Selbst-)Mord an der Menschheit, an den knftigen Generationen, ja an der irdischen Schpfung schlechthin, ist jedoch das denkbar grte Verbrechen. Wir knnen beim besten Willen den Transport und die Versorgung der hier stationierten Pershing 11-Raketen nicht tatenlos hinnehmen. Wir setzen uns mit unserer ganzen Person diesem unertrglichen staatlichen Unrecht in den Weg. Und obwohl es um unser aller Leben dabei geht (bzw. gerade deshalb!) haben wir den festen Vorsatz, an unserer Gewaltfreiheit festzuhalten.