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Eine Dauer-Blockade

... gab es nicht in Mutlangen, sieht man von den ersten Wochen November/Dezember 1983 ab, als viele Hundert Menschen spontan nach Mutlangen kamen, sich dort gegen die Ankunft der Pershings aufzubumen (vgl. auch S. 76).

Erst im Zusammenhang mit dem Konzept der Proze-Blockaden Ende 1986 fhlten wir uns stark genug, eine tgliche Blockade bis zur Abrstung ins Auge zu fassen. Wir bildeten eine kleine Gruppe, die sich zutraute, 365 Gruppen pro Jahr bei ihren Aktionen und Prozessen zu begleiten, und die auch bereit war, an Tagen, an denen keine Gruppe von auen kam, ein paar Stunden selber zu blockieren. Wir berlegten uns. wie die dann tglich blockierten Fahrer reagieren wrden - wann der erste durchfahren und welche Vorbildwirkung es auf seine Kollegen haben wrde, wenn wir dann zur Seite sprangen. Wir hatten den Vorsatz, der Gewalt nicht zu weichen, und unseren Konfliktpartnern zu vermitteln, da jede Grausamkeit dazu fhren wrde, da unser Widerstand sich verbreitern und intensivieren wrde, hnlich wie bislang durch die juristische Bestrafung.

Fr diesen Sprung vom gelegentlichen zivilen Ungehorsam zu einem konsequenten Konzept direkter Sozialer Verteidigung hielten wir es fr notwendig, zusammen zu wohnen mit einem klaren Lebensrhythmus, regelmigen Meditations- und Essenszeiten, mit Handarbeit und einer gewissen Spiritualitt. All das sollte uns helfen, eine gewaltfreie Haltung aufrechtzuerhalten.

Im Dezember 1986 fanden wir ein Haus in Mutlangen fr 260.000 DM, die wir in 6 Wochen durch unbefristete Darlehen zusammenbekamen; im Juni 1987 konnten wir einziehen. Inzwischen war der Abrstungsvertrag in greifbarer Nhe: wir beschlossen, statt tglicher Blockaden Mahnwachen (morgens um 7 und abends um 18 Uhr) vor dem Pershing-Lager zu machen, um unsere Entschlossenheit auszudrcken, im Falle eines Scheiterns doch noch unser ursprngliches Konzept auszufhren.

Seither gibt es das Carl-Kabat-Haus (vgl. S. 52). Wir geben unregelmige Rundschreiben heraus, in denen wir unsere Arbeit darstellen: Anfangs waren wir v.a. mit Manver-Ausfahrten, Strafprozessen, der Begleitung gewaltfreier Gefangener beschftigt; z. Zt. mit gewaltfreiem Widerstand gegen die Atomwirtschaft, dem Projekt 'Pflugschar fr Kurdistan', gewaltfreier Trainingsarbeit, sowie dem immerwhrenden Umbau unseres Hauses zu einem kohaus mit kologischer Wrmedmmung, solarer Warmwasser und Stromerzeugung, Regenwassersammelanlage u.v.a.m.

Wir kooperieren mit der 'Friedens- und Begegnungssttte Mutlangen' und arbeiten daran, da die Pershing-Stationierung und der gewaltfreie Widerstand nicht gar zu schnell vergessen werden. Dafr haben wir auch dieses Buch herausgebracht.