Pressehütte Mutlangen
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Die Prominenten-Blockade 1983

Die größte Mutlanger Blockade fand vom 1. bis 3. September 1983 statt, also noch bevor es den 'Offenen Brief gab und die aus ihm entstehende Kampagne. Sie wurde organisiert von örtlichen Bezugsgruppen und von Klaus Vack vom Komitee für Grundrechte und Demokratie. Die Aktion begann am Hiroshima-Tag 1983 mit der Errichtung eines Friedenscamps in der Nähe von Mutlangen. Wer an der gewaltfreien Blockade teilnehmen wollte, hatte sich im Vorfeld, spätestens im Friedenscamp, in Bezugsgruppen zusammenzuschließen. Die über 100 Prominenten wurden gerecht unter die Gruppen aufgeteilt und durften sich an Basisdemokratie und Gewaltfreiheits-Trainings gleichberechtigt beteiligen.

Am 1. September um 5.45 Uhr, zum Zeitpunkt des deutschen Überfalls auf Polen, begann die Blockade mit inzwischen über 1.000 Teilnehmerinnen. Die Gruppen hatten sich auf Wasserwerfer und Schlagstöcke eingestellt, doch nichts dergleichen geschah: Die US-Armee hatte einige Tage zuvor alle Pershing lA-Raketen herausgefahren und führte die wenigen noch nötigen Transporte per Hubschrauber durch. Die deutsche Polizei hielt auf freundliche Distanz. (Ähnlich war die Reaktion, als am 12.12.1982 zum 3. Jahrestag des NATO-Nachrüstungsbeschlusses bundesweit an ca. 30 Militärstandorten blockiert wurde; nur in Bremerhaven wurden Wasserwerfer und am Stuttgarter EUCOM Pferde eingesetzt, an den anderen Orten ließ man die BlockiererInnen sitzen.)

Familie Österle aus Mutlangen stellte ihr ehemaliges Vogelzuchtgebäude an der Zufahrt zum Pershing-Lager zur Verfügung. Dort wurden Dutzende von Pressetelefonen eingerichtet - von damals hat die Pressehütte ihren Namen. Die Bilder von Dietmar Schönherr, Günter Grass und Heinrich Böll gingen durch alle Medien und rückten den Stationierungsort Mutlangen ins öffentliche Bewußtsein.

Am 3. September wurde die Blockade beendet. Die Teilnehmenden erklärten, sie wollten immer wieder kommen...
Brigitte und Helmut Gollwitzer u. a. · Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Brigitte und Helmut Gollwitzer u. a.
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
Heinrich Böll · Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier
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Heinrich Böll
Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier