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Arbeitsform Dauergruppe

Die Einrichtung der sogenannten Dauergruppe wurde 'erfunden', als wir den Blockade-Herbst vom 13. September bis 10. Oktober 1986 vorbereiteten. Die Aufgabe bestand darin, 70 unterschiedliche Gruppen, die sich untereinander oft berhaupt nicht kannten, zu einer gemeinsamen, ber vier Wochen andauernden gewaltfreien Aktion miteinander zu verbinden. Jede Gruppe sollte vllig selbstndig ihre eigene Blockade-Aktion durchfhren, und trotzdem sollte Gemeinschaftlichkeit der Aktion, Informationsflu vom ersten bis zum letzten Tag und Infrastruktur gewhrleistet sein: SprecherInnenrat, Pressearbeit, Essen und bernachtung, Kinderbetreuung, Rechtsberatung, Polizeikontakt, Gewaltfreiheitstrainings usw.

Anfangs, als noch unsicher war, da unser Blockade-Herbst-Konzept aufgehen und sich wirklich 70 verschiedene Gruppen anmelden wrden, war als weitere Aufgabe der Dauergruppe vereinbart, alle 'Schichten' zu bernehmen, die sonst ausfallen wrden. Das war nur zweimal ntig.

Unsere persnliche und gemeinschaftliche Vorbereitung auf die Arbeit der Dauergruppe war recht intensiv. Neben allen mglichen inhaltlichen und organisatorischen Problemen beschftigte uns die Sorge, was geschehen wrde, wenn der Blockade-Herbst von Polizei und Militr 'gestrt' werden sollte. Wir versuchten uns darauf einzustellen, da man uns als 'Rdelsfhrerinnen' teilweise oder alle zusammen und eventuell fr die gesamte Zeit in Haft nehmen wrde. Die Polizei htte durchaus die rechtliche Grundlage dafr gehabt, immerhin waren wir ja im Begriff, 2.000 'Straftaten' vorzubereiten, zu untersttzen, mitzumachen. Und insgesamt 900 BlockiererInnen wurden im Laufe des Blockade-Herbstes festgenommen.

Wesentlich mehr Angst hatten wir vor der Vorstellung, da es den Soldaten einmal einfallen wrde, Blockaden mit Gewalt zu durchbrechen und dabei auch Verletzte und berfahrene in Kauf zu nehmen. Wir bereiteten uns darauf vor, ggf. die Gewaltfreiheit der Blockierenden ebenso wie die Entschlossenheit zur Fortsetzung des Widerstands zu gewhrleisten. Mindestens als Dauergruppe fhlten wir die Verpflichtung, in ein 'Friedensmanver' auf Leben und Tod zu ziehen, wie es auf S. 46 heit. Obwohl es einige recht brenzlige Situationen gab, kamen doch alle wieder gesund nach Hause.

Auch bei der Senioren-Blockade vom 2.-10. Mai 1987 institutionalisierten wir eine Dauergruppe.

Der sptere Entschlu, in Mutlangen ein Haus zu kaufen, um gemeinschaftlich tglich das Pershing ll-Lager blockieren zu knnen, wre ohne diese Dauergruppen-Erfahrung kaum denkbar gewesen. So entstand dann das Carl-Kabat-Haus.