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Arbeitsform August-Camps
Fortsetzung von der vorigen SeiteNoch ein paar wertende Gedanken:
Die Tage des Zivilen Ungehorsams waren geprgt von einer groen persnlichen Ernsthaftigkeit, von Entschlossenheit, Beharrlichkeit, Friedensfhigkeit und Verantwortungsgefhl.
Sehr viele Menschen sagten, sie htten wieder mehr Mut fr die weitere Friedensarbeit bekommen. – Wir Organisatoren auch! Seit anderthalb Jahren kam es zum ersten Mal wieder zu ber 100 Festnahmen in einer einzigen Woche.
Die uere Form, das Spektakulre, war weniger wichtig als die innere Auseinandersetzung und die Bereitschaft, sie in konkrete Taten umzusetzen. Wir waren Menschen aller Schichten und jeden Alters, von ZDLs bis hin zu Kriegsversehrten, von 'Aussteigern' bis zu Geschftsleuten.
Die regionalen Zeitungen und die 'Abendschau' berichteten relativ gut ber unsere Kampagne. Der Durchbruch zu den groen Tages- und Wochenzeitungen steht noch aus.

Trotzdem bleibt Skepsis angebracht: Wir waren in Ferienstimmung; wir leisteten zivilen Ungehorsam sozusagen im Urlaub, noch nicht im Alltag. Der relativ !! reibungslose Ablauf der Blockaden und des Camplebens darf in uns keine Illusionen ber die Schwierigkeiten erzeugen, die noch vor uns liegen.
Insgesamt wollen wir sagen: Viele Menschen erlebten gemeinsam, wie ansteckend und wie anstrengend der Versuch ist, allein und mit anderen einen Schritt in Richtung Gewaltfreiheit zu gehen.

Die Menschen in der Pressehtte, die tglich in der Konfrontation mit Polizei und Militrapparat leben ('vor der Hlle Tor'), knnen von uns mehr verlangen als 2 grere Friedensdemos im Jahr. Die Friedensbewegung mu tglich fr Friedfertigkeit und Abrstung handeln; wir drfen die Verantwortung nicht auf wenige 'Konsequente' abwlzen!

Volker Nick       Jutta v. Ochsenstein       Christof Then
Bericht im 3. Rundbrief November 1985