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Arbeitsform August-Camps

Jedes Jahr luden wir ber die Hiroshima- und Nagasaki-Gedenktage Anfang August zu 'Tagen des Zivilen Ungehorsams' nach Mutlangen ein.

1984 zelteten wir noch auf dem Pressehtten-Grundstck (damals waren wir etwa zwlf TeilnehmerInnen), in den folgenden Jahren pachteten wir ein Stck Zeltplatz in Tierhaupten, um ungestrt und konzentriert als Kampagne ein paar Tage zusammen zu leben (1986 waren wir zeitweise ber 100 Menschen aller Altersgruppen), um die Blockaden und Mahnwachen gemeinsam vorzubereiten, mit den Kindern zu spielen und rauschende Abschlufeste zu feiern.

Whrend die Kampagnen-Seminare mehr der basisdemokratischen Entscheidungsfindung innerhalb der Kampagne dienten, konnten wir auf den August-Camps mehr in die Tiefe gehen und an Themen wie Gewaltfreiheit, soziale Verteidigung und gesellschaftliche Utopie arbeiten. Die Blockaden auf den Camps hatten dadurch eine intensivere gemeinschaftliche Vorbereitung und gaben auch uns selber mehr Kraft zurck.

Heute, nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Abzug der Atomraketen, ist kaum nachzuvollziehen, wie wichtig die Erfahrung der August-Camps fr uns war, um uns gegenseitig zu vergewissern, da nicht wir die Chaoten und Spinner waren, sondern da solches viel eher ber die herrschende Politik gesagt werden mte. Auf diesen Camps entstand immer wieder ein alle Generationen berspannendes gemeinsames utopisches Lebensgefhl, das gleichermaen vom Entsetzen ber die unmittelbare atomare Bedrohung geprgt war wie vom Erleben unserer gemeinsamen Lebenskraft und Lebensfreude im Kampf gegen diese Bedrohung.

Hiroshima mahnt - Euroshima droht

Tage des zivilen Ungehorsams in Mutlangen

6.-11. August 1985

Am 6. und 9. August jhren sich zum 40. Mal die Atombombenabwrfe auf Hiroshima und Nagasaki. Das unvorstellbare Grauen, das damals, 1945, ber die Menschen dieser beiden Stdte kam, mahnt uns heute, 1985, alles in unseren Krften liegende zu tun, da sich niemals das, was damals so schreckliche Wirklichkeit wurde, wiederhole.
Einladung im 2. Rundbrief Juni 1985
Grafik: Fuß auf Stacheldraht