Pressehütte Mutlangen
Startseite
Über uns
Blockade in Büchel
Aktuelles von der NPT RevCon
Friedens- und Begegnungsstätte
Friedenswerkstatt
Mitmachen
Magazin FreiRaum
Kalender
Material
Archiv
Kontakt
Links
Arbeitsform Regionalgruppen
Von Anfang an forderten wir alle Kampagnen-UnterzeichnerInnen dazu auf, regionale Bezugsgruppen aufzubauen. Diese Regionalgruppen sollten die eigentlichen Trger der Kampagne werden. Wir im Friedensbro wollten nur Koordinierungsstelle zwischen den Gruppen sein – ein Ziel, das leider sehr wenig mit der Realitt zu tun hatte. Aber trotzdem schien es uns unabdingbar, an diesem Ideal festzuhalten: da berall selbstndig arbeitende Gruppen Aktionsaufrufe, Aktionen, Presse- und Gefngnis-Arbeit in und fr ihre Region machen, von uns in Tbingen vllig selbstndig, in regem Austausch untereinander und insgesamt verknpft durch den allgemeinen Aufruf und den zentral zusammengestellten Rundbrief.

Dezentralisierung

Die bisherige Entwicklung unserer Kampagne stellte das Mutlanger Pershing II-Lager ziemlich in den Vordergrund. Dies hatte mehrere Grnde:

die Tradition der groen 'Prominenten-Blockade' 1983 mit Heinrich Bll etc.
in Mutlangen wurden die ersten Pershing II-Raketen angeliefert
die kontinuierliche Arbeit der 'Pressehtte' seit dem Tag der Stationierung
die 700 Gerichtsverfahren, die durch die damaligen ersten, spontanen Blockaden ausgelst wurden
das Mutlanger Lager ist von seinen Zufahrten her relativ 'blockadefreundlich'.

Aber uns allen in der Kampagne mu klar sein, da weder die Pershing II-Raketen noch allgemein die Kriegsvorbereitung auf Mutlangen beschrnkt zu sehen sind.

Ausgehend von diesem Gedanken haben sich die Oberschwbischen Regionalgruppen entschlossen, das 'vergessene' Depot in Kettershausen (zwischen Ulm und Memmingen) zu 'adoptieren'.

Wir sind auch sehr froh darber, da wir zum ersten Mal eine Kontaktadresse fr Ulm und Neu-Ulm im Kampagnenflugblatt stehen haben.

Und vielleicht knnen auch die diesjhrige(n) Konzertblockade(n) und die Heidelberger Regionalgruppe das Heilbronner Pershing II-Lager zu einem weiteren Zentrum des gewaltfreien Widerstands werden lassen.

Die Bevlkerung von Heilbronn lehnt seit dem Unfall am 11. Januar 1985 (als eine Pershing II-Raketen-Stufe in Brand geriet; 3 amerikanische Soldaten starben, 16 wurden z.T. schwer verletzt) die Raketenstationierung deutlich ab; der Gemeinderat erklrte Heilbronn zur atomwaffenfreien Zone, es gab groe Demonstrationen – leider schlief die Auseinandersetzung in der Zwischenzeit wieder ein, was sicherlich auch daran lag, da Polizei und Justiz nicht nur die Funktion des Pershing II-Lagers schtzen, sondern gleichzeitig den gewaltfreien Widerstand ins Leere laufen zu lassen versuchen – eine Situation, die von unserer Seite aus von Anfang an entschlossenere Schritte nicht nur ermglicht, sondern sogar erfordert.

Eine hnliche Situation knnte im Hunsrck entstehen; nach der Blockade im November 1986 warten anscheinend alle auf eine staatliche juristische Reaktion – es wird wichtig werden, da wir nicht endlos warten ...
aus dem 8. Rundbrief Januar 1987