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Arbeitsform Rundbrief

Als gewaltfreie Kampagne wollten wir auch alle Entscheidungen und Entscheidungsprozesse innerhalb der Kampagne offen und transparent gestalten. Dafür reichte die Struktur Friedensbüro nicht aus. Deshalb schrieben wir in unregelmäßigen Abständen Kampagnen-Rundbriefe, in denen wir allen UnterzeichnerInnen Rechenschaft abzulegen versuchten über die Schwierigkeiten und Fortschritte der Kampagne, über juristische Entwicklungen und vor allem mit Berichten und Ankündigungen von Aktionen.

Oft war die Auswahl schwierig, was in die Rundbriefe sollte und was nicht, welche Aktion und welcher Prozeß in welcher Ausführlichkeit dargestellt werden sollte. Ein zentral erstellter Rundbrief ist ein Steuer- und Machtinstrument, mit dem wir unvermeidlich unsere Einschätzungen und Prioritäten dauernd in den Vordergrund stellten. Aber ein Rundbrief war unentbehrlich, um den Zusammenhalt der vielen verstreuten Kampagnen-Mitglieder herzustellen und aufrechtzuerhalten.

Folgende Prinzipien leiteten unseren Umgang mit diesem Dilemma:

Wir machten unsere persönlichen Positionen so deutlich wie möglich als solche kenntlich und betonten immer wieder, der Offene Brief an die Bundesregierung sei die einzige verbindliche Grundlage für alle Kampagnen-MitarbeiterInnen.
Wir druckten Widerspruch und Kritik ab, wenn sie von Mitgliedern der Kampagne kamen. Von 'außen' Kommendes wurde nicht aufgenommen; wir wollten keinen Rundbrief über Theorie und Praxis des zivilen Ungehorsams herausgeben (dafür gab es damals genügend andere Publikationen), sondern einen internen Rundbrief für die Auseinandersetzung innerhalb der UnterzeichnerInnen.

Vielleicht ist auch interessant, daß wir jeden Rundbrief mit einer Bitte um Geldspenden verbanden, ohne je einen Kassenbericht zu veröffentlichen. Es wurde auch nie danach gefragt – und die Spenden reichten immer bis zum nächsten Rundbrief.
Zeichnung: Heiner H. Hoier
Titelblatt aller Kampagnen-Rundbriefe
Zeichnung: Heiner H. Hoier