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Vorbild Gandhi
„Vollständiger ziviler Ungehorsam ist Rebellion ohne den Bestandteil der Gewalt. Ein ganz und gar ziviler Widerständler ignoriert einfach die Autorität des Staates. Er stellt sich außerhalb des Gesetzes, um jedes unmoralische staatliche Gesetz auer acht lassen zu können. So mag er sich z.B. weigern, Steuern zu zahlen, mag sich weigern, die Autorität des Staates in seinen täglichen Beziehungen anzuerkennen. Er mag sich weigern, den Geboten zu gehorchen, die ihn an dem Betreten gewisser Plätze hindern wollen, und das Recht fr sich in Anspruch nehmen, die Kasernen aufzusuchen, um mit den Soldaten zu sprechen. Er mag sich weigern, sich irgendwelchen Beschränkungen in Bezug auf das Postenstehen zu unterziehen, und wird ungeachtet des Verbotes und innerhalb des ihm angewiesenen Gebietes Posten stehen. In all dem wird er nie Gewalt brauchen und nie der Gewalt widerstehen, wenn sie gegen ihn angewendet wird. Im Gegenteil, er heißt die Gefangennahme und andere Gewaltmittel, die gegen ihn angewendet werden, willkommen. Das tut er, weil und sobald er findet, daß die äußerliche Freiheit, die er scheinbar genießt, eine unerträgliche Bürde ist. Er macht sich klar, da der Staat persönliche Freiheit nur soweit gewährt, als die Bürger sich seinen Verordnungen unterwerfen. Die Unterwerfung unter die Staatsgesetze ist der Preis, den der Bürger fr seine persönliche Freiheit entrichtet. Unterwerfung unter einen Staat, der ganz oder zu einem großen Teil unsittlich ist, bedeutet einen unmoralischen Tauschhandel mit Freiheit.
Ein Bürger, der solchermaßen die Verdorbenheit eines Staates einsieht, kann sich nicht damit zufrieden geben, nur geduldeterweise zu leben. Er erscheint deshalb denen, die seinen Glauben nicht teilen, als ein Schädling der Gesellschaft, während er doch darauf aus ist, den Staat zu zwingen, ihn zu verhaften, ohne daß er das Gesetz verbrecherischerweise überträte.” (10.11.1921) (2)
„Satyagraha setzt Selbstdisziplin, Selbstkontrolle, Selbstreinigung voraus und einen anerkannten sozialen Status der ihn leistenden Person. Ein Satyagrahi darf niemals die Unterscheidung zwischen Übel und Übeltäter vergessen. Er darf keine bösen Absichten gegenüber dem Übeltäter oder gar Verbitterung hegen. Er soll nicht einmal eine unnötig beleidigende Sprache gegen die böse Person gebrauchen, wie gravierend deren Schlechtigkeit auch sein mag. Denn es sollte ein Glaubenssatz jedes Satyagrahi sein, daß es keinen noch so gefallenen Menschen in dieser Welt gibt, der nicht doch durch Liebe bekehrt werden kann. Ein Satyagrahi wird stets versuchen, das Übel durch Gutes zu überwinden, Zorn durch Liebe, Unwahrheit durch Wahrheit, Gewalt durch Gewaltfreiheit. Es gibt keinen anderen Weg, um die Gewalt vom Bösen zu befreien. Deshalb versucht eine Person, die ein Satyagrahi zu sein behauptet, stets durch verschwiegene und andachtsvolle Selbstprüfung und Selbstanalyse herauszufinden, ob sie selbst vollkommen frei vom Makel des Zornes, der Feindschaft und anderer solcher menschlichen Schwächen ist, ob sie nicht selbst genau jener Schlechtigkeiten fähig ist, gegen die sie angetreten ist, einen Kreuzzug zu führen.” (8.8.1929) (1)