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Arbeitsform Selbstverpflichtung und Solidaritätserklärung

Jeder 'Offene Brief an die Bundesregierung' enthielt nebenstehenden Unterschriftenabschnitt. Vor allem in den ersten Monaten, also von Mai 1984 bis Anfang 1985 bedeutete jeder einzelne ausgefüllte Abschnitt für uns ein echtes Hoffnungszeichen, so selten bekamen wir den Abschnitt zurückgeschickt.

Bis zum 24. September 1987 hatten schließlich doch 829 Menschen die Selbstverpflichtung und 1617 die Solidaritätserklärung unterzeichnet. Die Liste – laufend auf den letzten Stand gebracht – war Bestandteil des Kampagnen-Flugblatts zusammen mit dem 'Offenen Brief'.

Daß wir die gewaltfreie Veränderungs- und Widerstandsarbeit auf die 'bürokratische' Folie zweier Unterschriftenlisten zu legen versuchten, erschien vielen als geradezu peinlich oder auch als typisch deutsch überorganisiert. Meist fiel es uns schwer, diese Kritik wirklich anzunehmen und nicht individuelle und kollektive Selbstschutzmechanismen dahinter zu vermuten: wir hatten den Offenen Brief und die Selbstverpflichtungs- und Solidaritätserklärung vor allem aus der Erkenntnis heraus formuliert, daß dem gewaltfreien Widerstand Struktur, Verbindlichkeit und Perspektive fehlten.

Innerhalb der Kampagnen-UnterzeichnerInnen ging es immer wieder um eine ganz andere Frage: Was machen wir mit UnterzeichnerInnen der Selbstverpflichtung, die allem Anschein nach keine Bereitschaft fühlten, sich an die eigene Unterschrift zu halten? Sollten wir sie einfach aus der Liste streichen? Sollten wir sie einzeln antelefonieren, ihnen 'ins Gewissen reden'? Wir taten es nie, wir fragten stattdessen in sämtlichen Rundbriefen an, ob jemand wechseln oder aussteigen wollte, – und wir machten uns immer wieder klar, daß die Länge der Liste nur der eine Ausdruck unserer Kraft sein konnte. Übrigens blockierte eine ganze Reihe von 'Soli-UnterzeichnerInnen' viel häufiger und auch regelmäßiger als die 'SelbstverpflichterInnen'.

Wir drucken die Listen vom 'Offenen Brief' des Kampagnen-Flugblatts Mitte 1986 ab.
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