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Vorbild Martin Luther King

Fortsetzung von der vorigen SeiteUnsere Generation wird eines Tages nicht nur die tzenden Worte und schlimmen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten. Wir mssen erkennen lernen, da menschlicher Fortschritt niemals auf den Rdern des Unvermeidlichen heranrollt. Er ist das Ergebnis unermdlicher Bemhungen und beharrlichen Einsatzes von Menschen, die bereit sind, Mitarbeiter Gottes zu sein. Ohne solche Anstrengungen wird die Zeit zum Verbndeten der Krfte des sozialen Stillstands. Wir mssen die Zeit schpferisch verwenden und uns stets vor Augen halten, da es immer die rechte Zeit ist, das Rechte zu tun.

Es gibt drei charakteristische Methoden, wie Unterdrckte mit ihrer Unterdrckung fertig werden. Die eine ist, da sie sich in ihr trauriges Schicksal ergeben. (...) Aber das ist kein Ausweg. Wer ein ungerechtes System unttig hinnimmt, arbeitet mit diesem System zusammen. Dabei wird der Unterdrckte ebenso schlecht wie der Unterdrcker. Nichtbeteiligung am Bsen ist eine ebenso groe moralische Pflicht wie Zusammenarbeit mit dem Guten. Der Unterdrckte darf es nie dazu kommen lassen, da das Gewissen des Unterdrckers einschlft. Die Religion ermahnt jeden Menschen, seines Bruders Hter zu sein. Wenn man Ungerechtigkeit passiv hinnimmt, mu das der Unterdrcker als Besttigung dafr auffassen, da er moralisch richtig handelt. Und damit verhilft man ihm dazu, da sein Gewissen einschlft. So ist Ergebung und Duldsamkeit nicht der moralische Weg, wenn er auch oft der bequemere ist. Es ist der Weg des Feiglings.

Die andere Methode, mit der Unterdrckung fertig zu werden, ist die, da die Unterdrckten ihre Zuflucht zu Gewaltttigkeiten und zerstrendem Ha nehmen. Gewalt fhrt oft zu augenblicklichem Erfolg. Vlker haben ihre Unabhngigkeit hufig durch eine Schlacht gewonnen. Aber trotz zeitweiliger Siege bringt Gewalt niemals dauernden Frieden. Sie lst keine sozialen Probleme; sie schafft nur neue und kompliziertere.

Gewalt ist ein unbrauchbares Mittel, Gerechtigkeit zu erreichen, weil am Ende alle in ihren vernichtenden Strudel gezogen werden und umkommen. Das alte Gesetz 'Auge um Auge' hinterlt nur Blinde. Gewalt ist auch ein unmoralisches Mittel, weil sie den Gegner demtigen, sich aber nicht mit ihm verstndigen will. Sie will den anderen vernichten, nicht gewinnen. Gewalt ist unmoralisch, weil sie nicht aus der Liebe, sondern aus dem Ha geboren ist. Sie zerstrt die Gemeinschaft und schliet die Brderschaft aus. Sie lt die Gesellschaft im Monolog zurck, statt im Dialog. Gewalt endet damit, da sie sich selbst vernichtet. Sie macht die berlebenden bitter und die Zerstrer brutal. Eine Stimme ruft jedem Petrus zu: "Stecke dein Schwert an seinen Ort!" Die Geschichte ist ein einziges Trmmerfeld von Vlkern, die diesen Befehl nicht befolgt haben. (...)

Der dritte Weg, der einem unterdrckten Volk in seinem Befreiungskampf offensteht, ist der des gewaltlosen Widerstandes. (...) Meines Erachtens ist das die Methode, nach der der Unterdrckte handeln mu. Durch gewaltlosen Widerstand kann er sich mit Wrde dem ungerechten System widersetzen und doch die, die es anwenden, lieben. (...) Die Anhnger des gewaltlosen Widerstandes knnen ihre Botschaft in den folgenden einfachen Stzen zusammenfassen: Wir wollen gegen die Ungerechtigkeit direkt vorgehen (direkte Aktion), ohne zu warten, bis andere handeln. Wir wollen nicht ungerechten Gesetzen gehorchen oder uns ungerechten Machenschaften fgen. Wir wollen das auf eine friedliche, offene, frhliche Art tun, weil es unser Ziel ist, die Menschen zu berzeugen. Wir schlagen den Weg der Gewaltlosigkeit ein, weil wir eine Gemeinschaft anstreben, die im Frieden mit sich selbst lebt. Wir wollen versuchen, mit Worten zu berzeugen. Aber wenn unsere Worte versagen, wollen wir mit unseren Taten zu berzeugen suchen. Wir wollen immer zu Gesprchen und ehrlichen Kompromissen bereit sein. Aber wir sind auch bereit zu leiden, wenn es ntig ist, und sogar als Zeugen fr die Wahrheit, wie wir sie erkannt haben, unser Leben einzusetzen. Wenn physischer Tod der Preis ist, den ein Mann bezahlen mu, um seine Kinder und seine Brder von einem ewigen, geistigen Tod zu befreien, dann knnte nichts erlsender sein.