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Vorbild Gandhi
M. K. Gandhi  Foto: Kanu Gandhi
Ba (Mutter) und Bapu (Vater), wie sie von ihren Freunden genannt wurden, im Januar 1942.
Foto: Kanu Gandhi (1)
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Wir zitieren aus den Büchern

„My Life is my Message”
Das Leben und Wirken von M. K. Gandhi.
Hrsg. Gandhi-Informationszentrum Berlin
Verlag Weber, Zucht & Co,
Kassel-Bettenhausen, 1988
gekennzeichnet mit (1)

„Die Lehre vom Schwert” und andere
Aufsätze aus den Jahren 1919 - 1922
Hrsg. und eingeleitet von Wolfgang Sternstein
Edition Rotapfel im Verlag Rolf Kugler,
CH-6317 Oberwil b. Zug, 1990
gekennzeichnet mit (2)
„Ich wünschte, ich könnte jedermann davon überzeugen, daß ziviler Ungehorsam das angeborene Recht eines Bürgers ist. Er kann es nicht preisgeben, ohne sein Menschsein preiszugeben. Ziviler Ungehorsam führt niemals zu Chaos und Gesetzlosigkeit. Krimineller Ungehorsam hingegen kann dazu führen.
Jeder Staat unterdrückt kriminellen Ungehorsam mit Gewalt. Andernfalls würde er zugrundegehen. Doch zivilen Ungehorsam zu unterdrücken heißt, das Gewissen in Ketten legen zu wollen. Ziviler Ungehorsam kann nur zu Stärke und Lauterkeit führen. Ein Anhänger des zivilen Widerstands greift niemals zu den Waffen und ist deshalb fr einen Staat, der zumindest bereit ist, der Stimme der öffentlichen Meinung sein Gehör zu schenken, keine Gefahr.
Es läßt sich darüber streiten, ob die Anwendung von zivilem Ungehorsam auf ein bestimmtes Gesetz ratsam ist; auch kann man zu Aufschub und Vorsicht bei seiner Anwendung raten. Doch das Recht auf zivilen Ungehorsam selbst darf auf keinen Fall in Frage gestellt werden. Es handelt sich um ein angeborenes Recht, das man nicht aufgeben kann, ohne seine Selbstachtung aufzugeben.” (Young India, 5.1.1922) (2)

„Ein Satyagrahi geht ins Gefängnis, nicht um die Behörden in Verlegenheit zu bringen, sondern um sie zu bekehren, indem er ihnen seine Unschuld vor Augen führt. Man sollte sich klarmachen, daß die Bereitschaft, ins Gefängnis zu gehen, ohne die notwendige moralische Eignung, wie sie Satyagraha fordert, nutzlos ist und schlielich nur zu Enttäuschung führt.” (Harijan, 5.11.1938) (1)

„Der Begriff Satyagraha wurde von mir in Süd-Afrika geprägt, um die Kraft zum Ausdruck zu bringen, welche die Inder dort volle acht Jahre lang gebraucht haben, und er wurde geprägt, um ihn von der Bewegung zu unterscheiden, die damals in Großbritannien und Süd-Afrika unter dem Namen 'Passiver Widerstand' aktiv war.
Seine ursprüngliche Bedeutung ist Festhalten an der Wahrheit; darum: Kraft der Wahrheit. Ich habe ihn auch Kraft der Liebe oder Seelenkraft genannt. In der Anwendung von Satyagraha entdeckte ich im frühesten Stadium, daß Wahrheitssuche nicht zuläßt, dem Gegner Gewalt zuzufügen, sondern daß er mit Geduld und Sympathie von seinem Irrtum abgebracht werden muß. Denn was dem einen Wahrheit zu sein scheint, kann dem anderen Irrtum sein. Und Wahrheit bedeutet eigenes Leiden. So kam es, daß die Lehre Verteidigung der Wahrheit bedeutet, nicht indem dem Gegner Leid zugefgt wird, sondern indem man selbst leidet.
Satyagraha unterscheidet sich vom passiven Widerstand wie der Nordpol vom Südpol. Das Letztere wurde als Waffe der Schwachen entwickelt und schließt die Anwendung körperlichen Zwanges oder Gewalt zum Zweck, sein Ziel zu erreichen, nicht aus. Das Erstere dagegen wurde als Waffe der Stärksten entwickelt und schließt die Anwendung von Gewalt in jeglicher Gestalt oder Form aus.” (Young India, 14.1.1920) (1)