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Gorbatschow

Zum Vertrag zwischen den Supermächten über die 'Beseitigung' ihrer landgestützten 'Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite'

In allen Zeitungen stand, wie die internationale politische Lage mit dem INF- Vertrag verbessert wurde. Häufig wurde jedoch nicht drastisch genug ausgedrückt, was der Vollzug dieses Abkommens für unser aller Leben bedeutet: daß nämlich eine (brennende?) Lunte am nuklearen Pulverfaß entfernt wird; unsere Galgenfrist ist erst einmal verlängert.

Im Herbst 1983 wurde auf allen Flugblättern und in allen Reden erläutert, wie die Stationierung der Pershing-II-Raketen die Nuklearkriegsgefahr in Mitteleuropa zwangsläufig ins Unermeßliche steigert wegen ihrer Reichweite, Schnelligkeit, Treffgenauigkeit, Verwundbarkeit und folglich auch ihrer Einsatzkonzeption. Genau diese Steigerung unserer Lebensgefahr soll jetzt wieder zurückgenommen werden – ein Grund aufzuatmen, sich zu freuen, zu feiern.

Es soll das geschehen, wofür wir, alle Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des 'Offenen Briefes an die Bundesregierung', als ersten und vordringlichsten Abrüstungsschritt gekämpft haben – und wer will, kann sich und uns zu diesem Erfolg gratulieren.

Andererseits dürfen wir natürlich nicht vergessen: Weder die Gefahr eines Atomkrieges noch das militärische Abschreckungsdenken sind überwunden; in sämtlichen Waffenbereichen wird permanent 'nachgerüstet' – wir nennen nur die Tausenden von neuen see- und luftgestützten nuklearen Marschflugkörpern und Trident-II-U-Boot-Raketen, die deutsch-französische Zusammenarbeit, die Plutoniumfabrik Wackersdorf, den neuen NATO-Kriegsführungsbunker Linnich, die Sternenkriegspläne usw. usf.

Der Streit zwischen Optimismus und Pessimismus ist müßig; – wesentlich ist, daß der INF-Vertrag – über seinen Inhalt hinaus – eine erste Chance darstellt für einen Einstieg in eine Abrüstungsdynamik; und vielleicht ist noch wesentlicher, daß wir als Friedensbewegung und als zivil Ungehorsame endlich einmal die konkrete Erfahrung machen:

Abrüstung ist möglich!
Interpretation im 2. Rundschreiben aus dem Carl-Kabat-Haus vom 18.1.1988
Karikatur Horst Haitzinger mit freundlicher Genehmigung
Karikatur Horst Haitzinger mit freundlicher Genehmigung  
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